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Feilen und Sandstrahlen statt Mathe und Deutsch

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Rebecca Reiß (von links), Lisa-Maria Riedl und Anna-Lena Werner schnupperten bei der Firma Zechmayer in einen typischen Männerberuf hinein. Mit auf dem Bild (hinten von links): Steffi und Jörg Zechmayer sowie Ausbildungsbeauftragter Günther Stümpfl
Mädchentrio schnuppert am "Girls' Day" bei der Firma Zechmayer

"Die Mädels haben ihre Sache gut gemacht", urteilt Günther Stümpfl. Er ist Ausbildungsbeauftragter bei der Firma Zechmayer und betreute Rebecca Reiß, Anna-Lena Werner und Lisa-Maria Riedl, die beim "Girls' Day" mitgemacht haben. Auf jeden Fall sind die drei um einige Erfahrungen in Sachen "Männerberuf" reicher. Sie nutzten die Chance und informierten sich über den Beruf des Werkzeugmechanikers, Fachrichtung Formentechnik bei der Firma Zechmayer. - Bericht Renate Gradl

 

Stümpfl, nahm die Schülerinnen des Elly-Heiss-Gymnasiums unter seine Fittiche. "Zuerst habe ich ihnen den Betrieb gezeigt und danach gings ans Stempeln von Namenschildern, Feilen und Sandstrahlen. Es wurden auch Edelstahlfingerringe gedreht. "Das Ergebnis war top", lobt Stümpfl die Schülerinnen. Auch Steffi Zechmayer, die den Beruf des Werkzeugmechanikers bereits vor einigen Jahren in der elterlichen Firma erlernt hat und ihr Bruder Jörg (momentan im zweiten Lehrjahr) haben den Mädchen auf die Finger geschaut.

Und was sagen die Mädchen selbst? - "Eine Erfahrung war's wert. Es hat mir viel Spaß gemacht, was ich nicht erwartet hatte. Besonders das Feilen war cool. Trotzdem möchte ich diesen Beruf nicht ergreifen", meint Rebecca Reiß (15) aus Grafenwöhr. "Das ist nix für mich", ist sich auch Lisa-Maria Riedl (16) sicher. "Eigentlich ist das Arbeiten an den Maschinen Männersache und ich hab mich gefragt: Kann ich das? - Auf jeden Fall habe ich einen Einblick bekommen, denn die Arbeit wurde gut erklärt und auch das Personal ist voll nett", lobte die Rothenstädterin die Mitarbeiter.

"Wir durften feilen, stempeln und hämmern", erzählt Anna-Lena Werner. Welche Richtung sie nach der Schulausbildung einschlagen wird, weiß sie jedoch noch nicht. "Darüber habe ich mir noch keine Gedanken gemacht, denn es sind noch zwei Jahre bis dahin", so die 16-jährige aus Flossenbürg.

Am "Girls' Day" besuchte auch Monika Reichl vom Jobcenter Weiden die Firma Zechmayer und unterstrich, dass es in vielen Branchen noch ein weiter Weg ist bis zur Gleichstellung von Männer und Frauen. Nicht so allerdings bei dem Grafenwöhrer Unternehmen.

"Es ist alles komplett gleich, die Arbeitsbedingungen und auch der Lohn." Auch die Ausstattung des Betriebs entspricht den aktuellen Erfordernissen. Extra Toiletten, Umkleideräume und Duschen jeweils für Männer und Frauen sind seit langem selbstverständlich, betont Steffi Zechmayer. Einen Tipp hatte Monika Reichl in Bezug auf das spätere Berufsleben parat: Bereits im Kindesalter sollten die Mädchen technisch gefördert werden.